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Unsere Bienen sind dahoam!

Zu Beginn des Jahres hatten wir Euch berichtet, dass wir für die Aussiedelung von Bienen zwei Baumhöhlen nach historischem Vorbild des alten Zeidlerwesens angelegt haben. Die Arbeit war zwar hart und durchaus anspruchsvoll, doch alle Mühen scheinen sich gelohnt zu haben.

Die beiden Völker, die wir ausgesiedelt haben, haben ihr neues Zuhause sehr gut angenommen und sich prächtig entwickelt. Zwei starke Völker mit geschätzten jeweils 50.000 Bienen, haben die Baumhöhlen fast vollständig für sich eingenommen. Kontrollen während des Sommers haben eine hohe Aktivität gezeigt und so wurde unsere Auswahl der beiden Standorte bestätigt. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an unsere Waldbesitzer Sophie und Sebastian, die sofort von unserer Idee begeistert waren und uns in ihrem Wald haben machen lassen.

Unsere beiden Bienenexperten Sebastian und Felix werden unsere Bienen weiter begleiten und versuchen, neue Erkenntnisse über diese wunderbaren Tiere zu erhalten, um diese dann in Fachkreisen zu präsentieren.

Eine besonders schöne Perspektive ist, dass die Verwaltung des Bernrieder Parks Ihre Zustimmung dazu gegeben hat, dass wir kommenden November auch dort eine Baumhöhle anlegen und ein Bienenvolk aussiedeln dürfen.

Wir werde Euch natürlich von unseren beiden Bienenvölkern weiter berichten.


Bekämpfung des Borkenkäfers

In den vergangenen Jahren haben diese kleinen Insekten in Deutschland und seinen Nachbarländern immer wieder für Aufsehen gesorgt. Ganze Waldgebiete sind ihnen zum Opfer gefallen und hielten die Waldbesitzer in Atem. Doch wer sind die kleinen gefürchteten Käfer eigentlich? Es gibt in Europa 154 und weltweit 4.000-5.000 verschiedene Borkenkäferarten. Wie der Name schon sagt, spielt in ihrem Lebenszyklus die Borke eines Baumes eine entscheidende Rolle, nämlich für die Fortpflanzung. Die Käfer bohren sich in die Rinde oder das rindennahe Holz und legen dort ihre Eier ab. Die Larven fressen sich unter der Rinde weiter, ernähren sich von den Baumsäften und bringen bei starkem Befall Bäume zum Absterben. In einem naturnahen Wald beschränkt sich dies in der Regel auf einzelne Bäume. Der Zerfall der Bäume ist ein wichtiger Teil im Nährstoffkreislauf des Ökosystems Wald. In den entstehenden Lücken kann eine neue Baumgeneration heranwachsen. Problematisch wird der Befall, wenn Monokulturen vorherrschen. Ein einzelnes Borkenkäferweibchen legt im Jahr nur ca. 100- 150 Eier ab. Optimale klimatische Bedingungen im Frühjahr und eine schier unbeschränkte Zahl an Brutbäumen (zumeist die Fichte) fördern aber die schnelle Entwicklung der Nachkommen. So entwickeln sich in einem Jahr gleich mehrere Nachfolgegenerationen und es lassen sich an die 100.000 Individuen auf ein einzelnes Weibchen zurückführen. Die Folge sind Massenvermehrungen. Völlig vitale Bäume werden befallen und sterben in kürzester Zeit ab. Um dem Käfer Herr zu werden, muss das befallene Holz schnellstmöglich aus dem Wald und in eine sichere Entfernung zum nächsten Brutplatz gebracht werden. Nicht selten führt aber der Transport aufgrund ungünstiger Witterungsver-hältnisse zu großen Schäden an den Waldböden und der Vegetation. Statt die gefällten Bäume aus dem Wald zu fahren, kann es dort auch belassen werden, muss dann allerdings „geschepst“ werden. Dem Baum wird dabei mit speziellem Werkzeug die Rinde entfernt und somit dem Käfer die Möglichkeit zur Entwicklung von überlebensfähigen Nachkommen genommen. Das im Wald verbleibende entrindete Holz bietet zukünftig anderen Waldlebewesen einen Lebensraum. Diese Methode ist sehr zeitintensiv und dem Waldbesitzer entgeht der Ertrag aus dem Verkauf des Holzes. Wir haben uns die Mühe gemacht und für verschiedene Waldbesitzer befallene Bäume entrindet, um den Wald zu schonen.


BEEtrees – die Honigbiene als Wildtier

Im Januar haben wir damit begonnen, Behausungen für wild lebende Honigbienen zu schaffen. Unser Ziel ist es, im Mai Bienen in ihrer natürlichen Umgebung anzusiedeln. Die Biene gilt in dieser Hinsicht als sehr anpassungs-fähig und auch ein vormals domestiziertes Bienenvolk kann wieder in seiner natürlichen Umgebung angesiedelt werden. Das traditionelle Imkerwesen der Zeidlerei ist hierbei unser Vorbild. Sebastian Roth und Felix Remter haben in Osteuropa Erfahrungen über dieses Handwerk gesammelt, wo es noch traditionell betrieben wird. Dieses Wissen bildet nun die Grundlage für unser Projekt.

Die Höhlen – „Beuten“ wurden in einer lebenden Kiefer und in einer abge-storbenen Fichte angelegt. Lebende Bäume sind durchaus in der Lage, mit diesen künstlich geschaffenen Hohl-räumen zu überdauern. Die Verletzungen konzentrieren sich auf das Kernholz der Bäume. Das für die Nährstoffversorgung so wichtige Splintholt und die Borke bleiben weitestgehend unbeschädigt. Es verbleibt zudem insgesamt eine ausreichend starke Holzummantelung, die weiterhin ausreichende Stabilität und Isolation bietet.

Die ersten entscheidenden Schnitte werden mit der Motorsäge durch-geführt. Anschließend werden traditionelle Werkzeuge verwendet, welche wir individuell für dieses Projekt haben herstellen lassen. Und so hoffen wir, dass wir in diesem Frühsommer die ersten Bienenvölker erfolgreich wieder in ihrer natürlichen Umgebung ansiedeln können. Wir werden Euch selbstverständlich über den Fortgang des Projekts weiter berichten.


Ansiedlung des Schwarzstorches in Bayern

Kaum bekommt man bei uns den scheuen und sehr seltenen Vogel zu Gesicht. Seine Gestalt ähnelt der eines Weißstorches, nur ist er etwas kleiner und vor allem schwärzer. Dennoch kann er eine Spannweite von bis zu zwei Metern erreichen. Sein schwarzes Gefieder wirkt je nach Lichteinstrahlung metallisch grün, purpurn und sogar kupferfarben glänzend.

Er benötigt naturnahe, alte Laub- und Mischwälder mit Fließgewässer, Tümpeln und angrenzenden Feuchtwiesen. Insbesondere im Wasser lebende Arten dienen seiner Ernährung.

Zu seinen Leibspeisen gehören sowohl Fische, Rundmäuler als auch Amphibien und Wirbellose.

Vieler Orts wurden die für den Schwarzstorch so wichtigen Feuchtgebiete entwässert, um sie für die Landwirtschaft nutzbar zu machen.

Der Schwarzstorch wird als Kulturflüchter bezeichnet. Er reagiert äußerst empfindlich auf Störungen in seinem Brutgebiet. Seine Nester werden über viele Jahre hinweg genutzt. Immer wieder kommt es vor, dass die Bäume bzw. deren Starkäste das Gewicht des Nestes nicht mehr tragen können (bis zu 300 kg) und herab brechen. I.d.R legt der Schwarzstorch bis zu vier Eier. Anschließend brütet er Rund 36 Tage. Bis die Jungen flügge sind, vergehen weitere 70 Tage. Sie kehren auch danach  immer wieder zum Nest zurück und werden weiterhin eine gewisse Zeit von den Eltern mitversorgt.

Im Spätsommer begibt sich der Schwarzstorch auf eine Wanderung nach Zentralafrika, um dann im März wieder zurück zu kehren. Teilweise werden auf den Wanderungen bis zu 500 km an einem Tag zurück gelegt.

Dank umfangreicher Schutzmaßnahmen erholen sich in Deutschland die Bestände allmählich. Zur Steigerung des Bruterfolgs werden immer wieder künstliche Schwarzstorchnester in geeignete Bäume gebaut. Zusammen mit den Bayerischen Staatsforsten haben wir dem Schwarzstorch diese Möglichkeit gegeben und in einer Höhe von rund 15-20m zwei dieser Nester gebaut. Ob die Nester angenommen werden, wird sich kommendes Frühjahr zeigen.