Unsere Projekte

Döschnitz- Uhu und Auerhuhn in waldigen Höhenlagen. Rückzugsgebiete für Wasseramsel und Eisvogel

 

 

Lage

Transition Woods hat eine neue Waldfläche erworben! Sie befindet sich im Gebiet Döschnitz in Thüringen. Größe: 7,4 ha. Der staatlich anerkannte Erholungsort Döschnitz liegt im Tal der "Weißen Sorbitz" in einer Höhenlage von 420 m ü. NN. Die Fläche ist verteilt auf auf verschiedene Flurstücke im Umkreis von 2-3 km. Die Flurstücke liegen im wunderschönen Schwarza-Sormitz Gebiet, welches für seine unberührten Fluss- und Bachlandschaften (Wildbachcharakter) überregional bekannt ist.

Wald

Die aktuelle Bestandssituation ist sehr unterschiedlich. Es besteht eine Dominanz von Kiefern- und Fichtenbestände unterschiedlichen Alters, sowie Fichtenreinbestände. Vereinzelt existieren AltLaubhölzer.

Vier der Flurstücke liegen in Hanglagen, teils mit Steillagen. In diesen finden sich auch Blockhalden, also große Ansammlungen von Steinblöcken. Beim Baumbestand handelt es sich in erster Linie um Fichten- Kiefernbestände mit höherem Alter. Drei der Flurstücke befinden sich in einem Vogelschutzgebiet.

Auch auf den ebenen Flurstücken existieren überwiegend Kiefern- und Fichtenbestände mit schwachem bis starkem Baumholz. Auf einem kleinen Flurstück befindet sich ein gepflanzter reiner Fichtenbestand im auslaufenden Dickungsstadium im Übergang zum Stangenholz. An einem dieser Flurstücke liegt der Bachlauf der Sorbitz, die FFH-Gebiet ist. (Europäisches Netz aus zusammenhängenden Schutzgebieten, welches zum Schutz der einheimischen Natur in Europa aufgebaut werden soll).

 

Flora und Fauna

Die Flurstücke bieten unterschiedlichste Qualitäten und teils hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten für Flora und Fauna: Flechten finden auf den Schieferhalden der Steilhänge den notwendigen Lebensraum. Der Uhu und das Auerhuhn finden in den waldigen Höhenlagen Rückzugsgebiete und Wasseramsel und Eisvogel leben noch an den Wildbächen der Region. So sich tatsächlich eine Auerhuhn-Population vor Ort befinden sollte, würde der Waldbau sich auf den Erhalt dieser Spezies konzentrieren! Ansonsten wäre eine Überführung des Baumbestandes in eine Buchwaldgesellschaften wünschenswert. Zudem könnte durch das gezielte Schaffen von offenen Hangstrukturen (Hangabbrüche), weiterer Lebensraum für seltene Arten wie Uferschwalbe, Eisvogel und andere Arten geschaffen werden!

Weiteres Vorgehen

Natürlicherweise würde auf allen Standorten eine Hainsimsen- oder WaldmeisterBuchenwaldgesellschaft gemischt mit Tanne und Fichte vorherrschen. Aktuell fehlen aber die natürlicherweise herrschenden Baumarten sowie Strukturen und Verjüngung. Deshalb könnte, wie

schon angedeutet, der Baumbestand in eine Buchwaldgesellschaft überführt werden. Um die Gefahr eines Erdrutsches zu bannen ist zudem an den Steillagen aus dem Gesichtspunkt des Schutzwaldes ausreichend großer Baumbestand sicherzustellen. Auf einigen Metern grenzen die Hanglagen an eine Landstraße. Es ist daher auch wichtig die Verkehrssicherung zu gewährleisten.

Mindestens 20% der Steilhänge mit vorhandenen Blockhalden könnten stillgelegt werden, das heißt: hier entsteht Urwald! Für den vorhandenen Kiefern- und Fichtenbestand ist eine nachhaltig forstwirtschaftliche Nutzung vorgesehen.

PROJEKTE

Epfach

Lage

Nahe der Steilhänge des Lechs liegt das kleine Waldstück mit einer Größe von 0,4 ha.

Der Wald befindet sich an einem Süd- Ost Hang, der im unteren Bereich in eine Wiese übergeht.

Die vorkommenden Böden weisen einen sehr hohen Anteil an Kalkgestein auf. Daher kann in es in der Vegetationsphase zu Wassermangel kommen.

 

Wald

Das Waldstück ist umgeben von Fichtenreinbeständen und landwirtschaftlich genutztem Grünland.

Die 4000qm sind dominiert von einem ungepflegten Fichtenbestand. Die Fichten weisen eine normale bis gute Qualität auf. Weiter befinden sich einzelne Wald- Kiefer im Bestand. Leider sind diese, aufgrund mangelnder Pflege, meist sehr instabil. Im Süd- Osten befindet sich ein Waldrand. Hier kommen einige Lärchen und Stieleichen vor. Die Strauchschicht wird stellenweise von Schwarzen- Holunder und Haselstrauch gebildet. Einen weiterer Teil der Fläche bildet ein schmaler Wiesenstreifen. Dieser wurde bisher für Ziegenhaltung genutzt.

 

Lebensraumkonzept

Der Wald soll in die heutige dort herrschende natürliche Waldgesellschaft überführt werden. Diese ist der Waldgersten- Buchenwald und auch der Waldmeister- Buchenwald. D.h. durch Voranbau werden hauptsächlich Rotbuchen eingebracht, weiter vereinzelte Weiß Tannen, sowie im Randbereich Berg- Ahorn. Eine seltene Baumart in der Region ist die Eibe sowie die Elsbeere, diese sollen ebenfalls eingebracht werden. Im Rahmen des Waldumbau´s wird auch Holz geerntet werden.

Ein weiterer Ausbau des Waldrandes wird stattfinden. Dies wird insbesondere durch Pflanzung weiterer Straucharten (Weißdorn, Schwarzdorn, Hartriegel, Schneeball, etc.) vollzogen werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit die vorhanden Wiesenstrukturen in der Artenvielfalt zu steigern, indem zu gezielten Zeitpunkten gemäht und das Schnittgut entfernt wird. Die Süd- Ost Ausrichtung bietet Möglichkeiten zur Etablierung von Trockenbiotopen (Stein-, Totholzhaufen etc.), welche von diversen Amphibien benötigt werden.

Zusätzlich zu den vorhergehenden Maßnahmen, wird Totholz auf der Fläche angereichert und weitere Biotopbäume festgelegt.

 

 

 

WEILHEIM/ SCHONGAU

29 ha, 615- 670 ü. NN, Nordhang

LAGE

Im Herzen Oberbayerns liegt das ca. 30 ha große arrondierte Waldstück.

Der Wald erstreckt sich in nördlicher Ausrichtung einer Jungmoränenlandschaft und ist von teils steilen Gräben durchzogen.

An einigen Stellen lassen Quellaustritte den für die Gegend bekannten Tuffstein entstehen.

Durch die Nordausrichtung sowie die starke Beeinflussung durch das hangzügige Wasser, sind die Böden meist sehr stark mit Wasser gesättigt. Daraus resultieren in bestehenden Mulden immer wieder kleinere Teiche und sogar schwache Ausprägungen von Erlenbruchwäldern.

 

WALD

12 Hektar des Waldes sind geprägt von ungepflegten, sowie sehr instabilen Fichtenreinbeständen.

Die restlichen 18 Hektar bilden einen Mischwald besonderer Art mit großer Baumartenvielfalt. Neben alten Buchen, Bergahornen, Erlen, Eschen, Ebereschen, Kiefern und Tannen lassen sich auch einige sehr selten gewordene Eiben finden. Durch das teils unzugängliche Gelände konnte der Mensch hier noch nicht so sehr eingreifen, so dass teilweise naturwaldartige Strukturen auftreten.

Bemerkenswert ist die grundsätzliche Verjüngungsfreude der Baumarten auf Teilen der Fläche.

Sogar die Ulme verjüngt sich auf Kleinstflächen sehr rege!

Doch durch den noch zu hohen Wildbestand schaffen es bedauerlicherweise viele Baumarten noch nicht, sich auch langfristig mit Erfolg natürlich zu etablieren.

 

FLORA UND FAUNA

Neben den schon erwähnten Baumarten ist in einige Bereichen auch die Bodenvegetation sehr artenreich. Verschiedene Orchideenarten, Seidelbast oder auch die Sumpfdotterblume zieren den Wald mit ihrer Farbenpracht. Auch zahlreiche verschiedene Sträucher (Berberitze, Haselnuss, Schlehe etc.) sind vertreten.

Ein besonderer Bewohner dieser Region ist der Uhu. Er benötigt für seine Brut die steilen Hänge, an denen er geschützt seine Jungen aufziehen kann. Vielleicht gelingt es, dass sich der Uhu auch in diesem Waldgebeit wieder ansiedelt. Weitere Bewohner sind der Schwarzspecht, Schleiereule, Waldschnepfe, Habicht und auch der Rotmilan.

In vereinzelten kleinen Teichen bestehen die Voraussetzungen für das Überleben und die Vermehrungn seltener Amphibien.

 

WEITERES VORGEHEN

Die vorhandenen artenarmen Fichtenreinbestände werden in den kommenden Jahrzehnten hin zu Mischwäldern entwickelt. Dabei sollen Tanne, Bergahorn und Buche die Führung übernehmen. Die Fichte soll in einem geringeren Umfang erhalten bleiben. Wenn es die Wildbestände erlauben, könnte auch die Eibe vermehrt auftreten.

Der Umbau soll mit gezielten Eingriffen, durch Förderung der natürlichen Prozesse sowie durch Ausnutzung der positiven Voraussetzungen vorhandener Mischwaldsturkuren gelingen. Erforderliche Eingriffe in die Populationen der Schalenwildbestände, werden zusammen mit dem zuständigen Jäger ermittelt und abgestimmt.

Die erkennbaren Elemente von Kleinstbiotopen und Habitastrukturen sollen über die gesamte Fläche weiter entwickelt, vermehrt, unterstützt und geschützt werden. Diese Flächen bilden dann einen Teil der beabsichtigten stillzulegenden Gesamtfläche von 20%.

 

Alle Prozesse und Entwicklungen werden durch regelmäßige Bestandaufnahmen und gegebenfalls erforderliche Maßnahmen begleitet.

 

Damit Lebensräume wahr werden!