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Shinrin Yoku - Auch in Deutschland wird jetzt im Wald gebadet

(17.10.2017)

 

Die Japaner haben schon vor vielen Jahren die gesundheitsfördernde Kraft des Waldes entdeckt. Sie betreiben Shinrin-Yoku, was übersetzt so viel bedeutet wie "den Wald in sich aufnehmen" oder „Waldbaden“. Dabei ist es nicht nötig kopfüber ins Unterholz zu springen oder sich auf einer Lichtung im Gras zu wälzen, bereits ein gemütlicher Spaziergang im Wald wird als "Waldbaden" bezeichnet. Japanische Wissenschaftler haben entdeckt, dass der Aufenthalt im Wald wie eine Art Aromatherapie wirkt, die für die Gesundheit förderlich ist. So senkt ein Bad im Wald den Blutdruck, regulierte den Puls und reduziert Stresshormone. In Japan und Korea verordnen Mediziner das „Waldbaden“ gegen stressbedingte Krankheiten. Dort wird es auch von der Krankenkasse bezahlt. Verantwortlich für die positive Wirkung des Waldes machen Wissenschaftler sogenannte Phytonzide, die sich in der Waldluft befinden und von Menschen eingeatmet werden. Phytonzide sind Abwehrstoffe, die Pflanzen bilden, wenn sie von Insekten angefressen oder von schädigenden Pilzen, Bakterien oder Viren befallen werden.

„Waldbaden“ erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Auch Entspannungs- und Fitnesstrainer bieten das "Baden im Wald" an. Shinrin-Yoku klingt ja auch spannender als "Spazierengehen".

 

 

 

Mit Transition Woods im Kino!

(Mai 2017)

 

Ende Mai haben wir Freunde und Mitglieder zu einer kostenlosen Filmvorführung eingeladen. In dem frisch renovierten Maxim-Kino an der Landshuter Allee in München werden seit über 100 Jahren Filmklassiker gezeigt. Wir präsentierten den Zuschauern ein Werk, das mit ziemlicher Sicherheit zu einem Klassiker des Naturfilms werden dürfte. „Zurück zum Urwald – Nationalpark Kalkalpen“ gibt einen Einblick in das größte Verwilderungsgebiet der Alpen. Nahezu ungestört verwandelt sich der Wald wieder zurück in einen Urwald. Was hier in den österreichischen Bergen wie Zerstörung und Tod aussieht, ist in Wahrheit Erneuerung und Leben. Der Wald managt sich erfolgreich selbst. Uns hat besonders die Wiederkehr der Luchse beeindruckt, sehr eindrucksvoll geschildert wurde aber auch die absolute Wichtigkeit von Totholz für die Entstehung neuen Lebens.

 

Mehr als drei Jahre lang haben die Filmemacher Rita und Michael Schlamberger und die Mitarbeiter des Nationalpark Kalkalpen in den Kalkalpen neuester Kameratechnik gedreht. Dank ihrer Genehmigung konnten wir den Film im Neuen-Maxim in München zeigen.

Die Wucht der Bilder haut einen um und verdeutlicht auch die Wichtigkeit der Arbeit von Transition Woods. Denn eines unserer Ziele ist ja, durch die Stilllegung von Waldflächen, natürliche Prozesse möglichst unbeeinflusst ablaufen zu lassen.

 

Übrigens: Transition Woods wächst weiter. Stand Frühjahr 2017: 30 Mitgliedschaften mit insgesamt 72 Mitgliedern.

 

 

 

 

 

 

Wald

(12.02.2017)

 

Baum des Jahres 2017 – Die Fichte

 

Wohl kaum ein anderer Baum polarisiert so stark wie die Fichte, genauer gesagt die Gemeine Fichte. Gehört sie als fester Bestandteil der natürlichen Waldgesellschaften Deutschlands immer auch zum natürlichen Waldbild, so symbolisieren die großflächigen naturfernen Fichtenmonokulturen doch auch eine vielfach kritisierte Fehlentwicklung in der Forstwirtschaft. Die Fichte ist der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft – das steht außer Frage. Ihre natürliche Verbreitung wäre jedoch wesentlich geringer. Die Fichte wurde und wird im Übermaß auf Standorten eingebracht, auf denen Sie gar nicht oder nur in einem wesentlich geringeren Anteil vorkommen würde. Dies ist nicht verwunderlich, ist sie doch ein relativ anspruchsloser Baum, der bei ausreichender Wasserversorgung auch auf nährstoffärmeren Standorten gedeiht. Viele negative Resultate sind bekannt. Fichtenmonokulturen werden regelmäßig durch Sturmereignisse und Käferbefall zerstört. Aufgrund dieser Ereignisse müssen 50% der Fichten unplanmäßig und mit erheblichen finanziellen Einbußen geerntet werden. Weiter versauern Böden durch die schwer zersetzbare Nadelstreu. Doch all diese negativen Auswirkungen werden der Fichte nicht ganz gerecht. Sie ist ein hervorragender Lieferant besten Holzes mit vielfachen Einsatzmöglichkeiten. Sie bietet Lebensraum für viele Lebewesen und ihre einzigartige Überlebens- und Wuchsfähigkeit selbst in kühlen und unwirtlichen Bergregionen sind ein wichtiger Baustein für die so dringend benötigten Wälder zum Schutz menschlicher Ansiedlungen und Bauwerke. So verdanken wir diesem Baum sehr viel und würden ihm Unrecht tun, ihn zu verteufeln. Die Fichte sollte jedoch wieder die Chance erhalten, sich auf ihre natürlichen Verbreitungsgebiete und Nischen in natürlichen Waldgesellschaften zu beschränken.

 

 

Intern

(12.02.2017)

 

Unsere erste Waldführung im Paterzeller Eibenwald war ein voller Erfolg und das Feedback der Teilnehmer durchgehend positiv. Mit einer Gruppe von rund einem Dutzend Interessierten wurden Themen zu Geologie, Boden- und Vegetationskunde, Waldgesellschaften und kulturhistorischen Hintergründen an Beispielen in Wald und Landschaft erörtert. Im Anschluss an angeregte Gespräche und weiterführende Rückfragen kehrten wir im Gasthaus Paterzell ein und genossen die bayerische Gastlichkeit.

 

Neue Waldführungen sind im März geplant. Die genauen Daten und Themen werden wir in Kürze veröffentlichen. (12.02.2017)

 

 

Wald

 

Baum des Jahres 2016 – Die Winterlinde

 

Sehr häufig wird der Begriff Linde verwendet, wobei dieser die beiden Arten Sommerlinde und Winterlinde einschließt. Es handelt sich jedoch um eigenständige Baumarten mit eindeutigen Unterschieden. Die Winterlinde ist in Europa weit verbreitet, auch wenn sie in den natürlichen Waldgesellschaften eigentlich nur noch die Rolle einer Mischbaumart inne hat und nicht bestandsbildend ist. So kommt die Halbschattbaumart zerstreut in sommerwarmen Eichen-Hainbuchen-Wäldern und Eichenmischwäldern, vereinzelt in Edellaubwäldern oder auch als Begleitbaumart der Hartholzaue vor. Insgesamt präferiert die Winterlinde eher die Mittelgebirgslagen. Im Bonner Raum, dem hessischen Bergland oder auch der Uckermark gibt es noch größere Winterlinden Vorkommen. Am wohlsten fühlt sie sich auf frischen, mineralstoffreichen und meist tiefgründigen Böden. Ihr sich rasch zersetzendes Laub hat günstige Einflüsse auf den Boden am Standort.

Das weiche Holz der Linden ist insbesondere in Bildhauerei, Schnitzerei und Drechslerei sehr beliebt, wenn es auch mittlerweile teils durch andere Holzarten abgelöst wurde.

In der Imkerei ist die Linde aufgrund des sehr hohen Zuckergehalts und Zuckerwerts ihres Blütennektars geschätzt. Sie ist eine hervorragende Nektarquelle für Bienen und Hummeln. Lindenblütenhonig, Lindenhonig oder auch der Lindenblütentee sind geschätzte Naturprodukte mit teils heilenden und lindernden Wirkungen.

Als Baum mit Stockausschlagsfähigkeit lässt sich die Winterlinde auch für die historische Mittelwaldnutzung in Betracht ziehen, die wegen ihrer hohen Artenvielfalt geschätzt ist.

In der Mythologie wird die Linde häufig mit Leben, Weisheit und Liebe assoziiert. Der Vorstellung von Liebe entspricht die Herzform ihrer Blätter. In der germanischen Lebensweise waren die Orte der Gerichts- oder Thingversammlungen häufig Orte, an denen Linden standen. Doch auch die Dorflinde war ein etablierter Ort dörflicher Geselligkeit. So finden sich insgesamt mannigfache Verweise auf die vielfachen Bedeutungen der Linde in historschen Texten. Bereits in den griechischen und römischen Textüberlieferungen kommt die Linde vor, in der Nibelungensage spielt das Lindenblatt eine entscheidende Rolle für das Schicksal des Helden und ebenso benennt das Lied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ die dörfliche Linde.

 

 

Der Wald als Helfer gegen den Klimawandel

 

Ein Artikel im Wissenschaftsmagazin Science News im Februar 2016 hat wieder einmal dargelegt, dass es unbedingt erforderlich ist, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. In diesem Artikel geht es darum, welchen Beitrag die Bewirtschaftung und das forstliche Management von Wäldern zur Dämpfung des Klimawandels tatsächlich leisten können. Dabei wurden verschiedene Aspekte beleuchtet. Zunächst einmal wurde konstatiert, dass der heutige Wald in Europa weniger CO2 speichert als noch vor 250 Jahren, obwohl die Fläche des Waldes in Deutschland zum Beispiel wieder zugenommen hat. Dass dies so ist, scheint keine innovative Erkenntnis. Bislang wurde eher selten davon ausgegangen, dass der bewirtschaftete Wald grundsätzlich mehr CO2 speichern kann als der „Urwald“. Entscheidend war eher der Blick auf die aus dem bewirtschafteten Wald verfügbaren Holzprodukte, die mit ihren großen Mengen, ihrer Lebensdauer und ihren Substitutionseffekten zusammen mit den Wäldern die Gesamtspeicherkapazität für CO2 „im Holz“ global steigern könnten. Doch genau diesen Effekt zweifeln die Forscher jetzt an. Vielmehr wurde wohl festgestellt, dass die Erhöhung der Speicherkapazität für CO2 durch Bewirtschaftung scheinbar doch nicht erreichbar ist. Zudem wurde in diesem Artikel darauf hingewiesen, dass insbesondere die Baumartenwahl in bewirtschafteten Wäldern eine nicht unerhebliche Rolle für die klimatischen Effekte des Waldes hat. So wurde festgestellt, dass neben der unterschiedlichen biochemischen Speicherkapazität von CO2 der verschiedenen Holzarten auch die unterschiedlichen „Kühlungseffekte“ durch Evaporationsunterschiede von Baumarten oder die differierenden Absorptions- und Reflexionseffekte von Nadeln und Blättern einen erheblichen klimatischen Effekt haben. Das in den vergangen Jahrzehnten und Jahrhunderten in Europa einige bestimmte Baumarten forstlich bevorzugt wurden, führte schließlich dazu, dass positive klimatische Effekte des Waldes ausblieben, ja sogar eher negative Auswirkungen eintraten. So planen die Wissenschaftler weitere wichtige Forschungsvorhaben weltweit, um diese Ergebnisse weitergehend zu ergründen. Für uns zeigen diese Forschungsergebnisse, dass es immer wieder erforderlich ist, bekannte Ansichten und Verhaltensweisen auf den Prüfstand zu stellen und anhand neuester Erkenntnisse zu überprüfen. Das Ergebnis der Prüfung ist dabei sicherlich offen.

 

 

 

Intern

 

Bereits am 22.11.2015 fand die Gründungsversammlung statt, in der die Ursatzung unseres Vereins durch engagierte und motivierte Gleichgesinnte verabschiedet wurde. In den anschließenden Wochen und Monaten waren wir dann erst einmal mit Formalitäten beschäftigt, um die erforderliche Eintragung ins Handelsregister zu erreichen. Das ist uns letztendlich gelungen, auch wenn man gelernt hat, wie wichtig ein „ . “ sein kann...

 

Unsere Mitgliederzahl ist nun bereits auf 19 natürliche Personen und 1 juristische Person gestiegen.

 

Endlich haben wir auch ein Konto! Es hat zwar etwas länger gedauert, doch wir sind froh, dass wir nun unser Vereinskonto bei der GLS Bank bekommen haben. Wir freuen uns, dass wir bei der GLS Bank sind, da wir das nachhaltige und genossenschaftliche Konzept der Bank befürworten.

 

Unsere Kontodaten sind ab sofort:

Transitions Woods e.V.

Bei der GLS Bank

IBAN: DE69 4306 0967 8233 0387 00

BIC: GENODEM1GLS

Ab sofort können Spenden und Mitgliedsbeiträge auf dieses Konto eingezahlt werden.

 

In Kürze werden wir auch den nächsten Schritt unserer Initiative gehen. Wir werden die gemeinnützige GmbH Transitions Woods (gGmbH) gründen, um auf einer gemeinnützigen unternehmerischen Basis zum Schutz, zur Pflege und Schaffung von Waldlebensräumen beizutragen. Unser Verein wird in dieser gGmbH mit 40% der Anteile Hauptgesellschafter sein und durch den Vorstandsvorsitzenden des Vereins in der Gesellschafterversammlung vertreten.

 

Nun hoffen wir, dass wir unseren Fokus wieder vornehmlich auf die Arbeit für den Wald legen können.

 

 

 

Veranstaltungen

 

Demnächst werden wir für unsere Mitglieder einen Waldspaziergang im Paterzeller Eibenwald anbieten